Trennmittelfreie FVK-Bauteilfertigung durch FlexPLAS-Trennfolie

© Foto Fraunhofer IFAM

FlexPlas®-Trennfolie nach dem Tiefziehen in eine doppelt gekrümmte Form.

Trennmittelrückstände auf FVK-Bauteil und FVK-Form

Herkömmliche flüssige Formtrennmittel sorgen dafür, dass nach der Aushärtung ein Entformen von Bauteilen aus Kunststoffen bzw. Faserverbundkunststoffen (FVK) möglich ist. Das Verfahren ist bewährt, bringt jedoch viele Nachteile mit sich: Für nachfolgende Prozesse wie Kleben und Lackieren müssen Rückstände der Formtrennmittel mühsam und zeitaufwändig von den Bauteiloberflächen entfernt werden, um eine ausreichende Haftung zu ermöglichen. Zudem verbleiben auch auf der Form Trennmittelrückstände, die regelmäßig beseitigt werden müssen.

 

 

Trennmittelfrei durch FlexPLAS®-Trennfolie

Deshalb haben Wissenschaftler des Fraunhofer IFAM die tiefziehfähige Trennfolie FlexPLAS® entwickelt, die flüssige Trennmittel ersetzt und somit erstmals eine trennmittelfreie Kunststofffertigung ermöglicht.

Sie lässt sich in Sekundenschnelle mittels üblichen Vakuumstutzen wie eine zweite Haut faltenfrei auf Formoberflächen ziehen. Das funktioniert selbst dann sehr gut, wenn die Form ein ausgeprägtes Relief oder eine 3D-Struktur aufweist. Der anschließende Aufbau des Kunststoffbauteils bzw. des FVK-Bauteils sowie das Aushärten, z. B. mittels Autoklavtechnologie oder Injektionstechnologie, können wie gewohnt erfolgen, da die Trennfolie temperatur- und damit autoklavbeständig ist.

Nach Abkühlung lässt sich das Bauteil einfach entformen, wobei die Trennfolie zudem eine rückstandsfreie, sofort wieder einsatzbereite Form hinterlässt, weil sie ausschließlich auf der Bauteiloberfläche haftet. Dort wirkt sie solange als Schutzfolie, bis die saubere Oberfläche mit »ready-to-paint«-Eigenschaften für den nachfolgenden Prozess durch leichtes Abziehen freigelegt wird. Auf eine zusätzliche Oberflächenaktivierung vor dem Kleben oder Lackieren kann somit meist verzichtet werden.