Klebtechnik

Kleben – aber sicher!

Kleben bezeichnet ein Fertigungsverfahren aus der Gruppe der Fügeprozesse, wobei die Fügeteile mittels eines Klebstoffs stoffschlüssig verbunden werden. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Kleben branchenübergreifend auf breiter Front durchgesetzt.

Am Fraunhofer IFAM wurde das Potenzial der Klebtechnik frühzeitig erkannt und eine Kernkompetenz aufgebaut, mit der sich das Institut als international anerkannte und europaweit größte unabhängige Forschungseinrichtung auf diesem Gebiet etabliert hat.

Klebtechnische Wertschöpfungskette vom Material bis zur sicheren Anwendung in der industriellen Praxis

Die Kernkompetenz Klebtechnik des Fraunhofer IFAM umfasst die Materialentwicklung und Charakterisierung, die Entwicklung und Anwendung verschiedenster Applikationsprozesse, die Auslegung und Validierung von Strukturen sowie eine umfassende Qualitätssicherung.

Das Institut verfügt über vielseitiges Know-how zur Darstellung und Modifizierung von Polymersystemen sowie der Entwicklung von Kleb- und Dichtstoffen. Herausforderungen wie Haftvermittlung und Alterungsschutz von Klebstoffen gehören ebenso zum Portfolio wie die Entwicklung und der Einsatz von biomimetischen Klebstoffen. Bei der Charakterisierung von Klebstoffen und Klebverbunden bedient man sich eines breiten Spektrums chemischer, physikalischer und mechanischer Prüfverfahren. Oft kommt der Beschreibung des Alterungsverhaltens und der Lebensdauerabschätzung von Klebverbunden eine entscheidende Bedeutung zu.

Integration in die industrielle Fertigung

Die Integration der Klebtechnik in die industrielle Fertigung erfordert eine auf die Anwendung abgestimmte Applikationstechnik. Bei höherwertigen Verbindungen ist oft die Vorbehandlung von Oberflächen für das Kleben notwendig. Die Werkstoffe werden gereinigt und aktiviert oder modifiziert, damit Klebstoffe langzeitbeständig darauf haften. Der Prozessautomatisierung einschließlich toleranzangepasster Fertigungsverfahren kommt in vielen Branchen eine zentrale Bedeutung zu. Gleiches gilt für die Auslegung von Klebverbindungen und die Berechnung geklebter Strukturen. Grundlage sind experimentelle Kennwerte von Werkstoffen, Verbindungen und Bauteilen, die in einem akkreditierten Prüflabor unter Berücksichtigung der spezifischen Randbedingungen der Anwendung ermittelt werden.

Beratung und Weiterbildung auf höchstem Niveau

Eine umfassende Beratung zu allen Fragen der Klebtechnik ist für das Institut selbstverständlich. Darüber hinaus kommen zur Qualitätssicherung Verfahren wie optische Messtechnik und Inline-Analytik sowie verschiedenste zerstörende und zerstörungsfreie Prüfungen zum Einsatz. Ein langjährig etabliertes, umfassendes und weltweit angebotenes Portfolio an klebtechnischer Weiterbildung mit europaweit anerkannten Abschlüssen ist ein weiterer Ausdruck und ein wesentliches Element des Qualitätssicherungskonzepts für die Klebtechnik.

Qualitätssicherung klebtechnischer Prozesse

Das Fraunhofer IFAM ist zudem Anerkannte Stelle für die Prüfung und Zulassung von Unternehmen, die klebtechnische Arbeiten ausführen oder beauftragen, mit geklebten Produkten handeln oder Dienstleistungen im Bereich klebtechnischer Konstruktion oder Auslegung im Schienenfahrzeugbau anbieten. Auf Grundlage der DIN 2304 ist darüber hinaus die normgerechte Überprüfung von industriellen Klebprozessen Bestandteil der Kernkompetenz Klebtechnik.

Träger der Kernkompetenz Klebtechnik am Fraunhofer IFAM sind vor allem die Abteilungen

 

Klebtechnische Fertigung

 

Klebstoffe und Polymerchemie

 

Werkstoffe und Bauweisen