Vereinbarung für neues Fraunhofer-Projektzentrum unterzeichnet

Hannover / 21.3.2017

© Foto Jürgen Markus

Bei der Unterzeichnung (von links): Ministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, TU-Braunschweig Präsident Prof. Jürgen Hesselbach und der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Prof. Reimund Neugebauer.

Die Fraunhofer-Gesellschaft errichtet mit Unterstützung des Landes Niedersachsen ein Fraunhofer Projektzentrum für Energiespeicher und -systeme im Großraum Braunschweig als gemeinsame Forschungsplattform von zunächst zwei Instituten, dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS und dem Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in enger Kooperation mit der Battery LabFactory Braunschweig (BLB) der TU Braunschweig.

Das Ziel des Fraunhofer-Projektzentrums ist die Erarbeitung von Systemlösungen für Batterien und Brennstoffzellen im Bereich Elektromobilität sowie für stationäre Speicher als Bestandteil der Energiewende. Hierfür wird die intensive Zusammenarbeit mehrerer Fraunhofer-Institute sowie Forschungseinrichtungen der TU Braunschweig gefördert, um insbesondere material-, produktions- und systemtechnisches Knowhow für die und mit der Industrie zu bündeln und auszubauen.

»Niedersachsen geht die Fragen zukünftiger Mobilität an: Neue Fahrzeugkonzepte, Autonomes Fahren und alternative Antriebstechnologien sind die aktuellen Herausforderungen für den Fahrzeugbau. Wir stehen für effiziente und klimaschonende Antworten durch eine zeitgemäße Mobilitätsforschung. Die Entwicklung des gemeinsamen Projektzentrums baut die Stärken der TU Braunschweig mit dem Partner Fraunhofer zusammen aus«, sagt Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, ergänzt: »Bei der Entwicklung von Batterien der nächsten Generation ergibt sich für Deutschland die einmalige Gelegenheit, sich wieder an die Spitze dieser strategisch wichtigen Technologie zu setzen. Wenn dies gelingt, wird ein wichtiger Beitrag zur Sicherung von qualifizierten Arbeitsplätzen in Produktion und Entwicklung geleistet. Zusammen mit unseren Partnern setzen wir heute ein Zeichen und aktivieren unser gewaltiges Innovationspotenzial für morgen.«

Durch einen interdisziplinären Lösungsansatz soll im Rahmen des Projektzentrums die komplette Wertschöpfungskette für mobile und stationäre Speichertechnologien, von den Rohstoffen über die Komponenten, die Verfahrens- und Produktionstechnik sowie Qualitätssicherung bis zur Systemintegration entwickelt werden. Das Fraunhofer-Projektzentrum für Energiespeicher und -systeme bettet sich synergistisch in die bestehende Forschung bei Fraunhofer in diesem Themenfeld ein.

Das Projektzentrum ist durch die Einbindung von Professoren der TU Braunschweig in Leitungsfunktionen sowie Fraunhofer-Wissenschaftlern an die TU Braunschweig sowohl örtlich als auch organisatorisch mit der regionalen Forschungslandschaft eng verbunden.

Prof. Jürgen Hesselbach, Präsident der TU Braunschweig: »Das strategische Forschungsfeld Mobilität der TU Braunschweig wird mit dem Projektzentrum weiter verstärkt. Mit unseren Zentren, dem Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF), der Battery LabFactory Braunschweig (BLB) und der Open Hybrid LabFactory (OHLF) sind wir im Bereich der nachhaltigen Automobilforschung bestens aufgestellt. In der OHLF bewährt sich bereits die Partnerschaft mit der Fraunhofer Gesellschaft. Nun freuen wir uns auf ein weiteres gemeinsames Forschungszentrum, mit dem unsere Region zu einem führenden Standort der Energiespeicherforschung in Deutschland wird.«

Für die Umsetzung des Fraunhofer-Projektzentrums mit bis zu 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist ein Neubau im Großraum Braunschweig vorgesehen. Für die Aufbauphase in den ersten fünf Jahren werden die Fraunhofer-Gesellschaft und das Land die Finanzierung gemeinsam tragen (je zwei Millionen Euro pro Jahr). Danach soll das Projektzentrum in die Bund-Länder-Finanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft aufgenommen werden. Vor Ablauf der Aufbauphase werden die inhaltlichen und organisatorischen Fortschritte evaluiert. Dabei wird auch eine eventuelle Überführung in die Form einer selbstständigen Fraunhofer-Einrichtung geprüft.