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Demonstrationszentrum SIMTOP: Numerische Simulationstechniken zur
Verfahrens- und Bauteiloptimierung

Ausgangssituation
Die heutige industrielle Entwicklung ist durch eine hohe Dynamik geprägt,
die eine Verkürzung der Zeitspanne von der Idee bis zum fertigen Produkt
sowie eine schnelle Optimierung bestehender Produkte erfordert. Hierbei spielt der
Einsatz numerischer Simulationstechniken eine Schlüsselrolle. Noch bevor
das gewünschte Produkt, zum Beispiel ein neu entwickeltes Maschinenbauteil,
tatsächlich gefertigt wird, kann der gesamte Entstehungsprozess vom
Herstellungsverfahren bis zum fertigen Bauelement vollständig am Computer
simuliert und so kostengünstig und schnell optimiert werden. Hier liegt
für Industrie-Unternehmen ein enormes Potential zur Steigerung ihrer
Wettbewerbsfähigkeit. Doch die insbesondere bei kleinen und mittleren
Unternehmen immer noch bestehenden Akzeptanzprobleme gegenüber
dem Einsatz von Simulationswerkzeugen machen den Bedarf an kompetenter
Information und Beratung zu den Möglichkeiten der Computersimulation
deutlich.

Aufgabe
Zur Überwindung von Akzeptanzproblemen gegenüber numerischen
Simulationstechniken ist ein auf den Bedarf kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU)
spezialisiertes Marketing-Instrument erforderlich. Hierzu betreibt die Fraunhofer-Gesellschaft
seit Oktober 1999 ein Informations- und Demonstrationszentrum für
»Numerische Simulationstechniken zur Verfahrens- und Bauteiloptimierung
(SIMTOP)«. Das Ziel der numerischen Bauteiloptimierung ist die Analyse der
mechanischen Eigenschaften des Bauteils (vorwiegend mittels der
Finite-Elemente-Methode) sowohl bei der Herstellung als auch unter Betriebsbelastung
und die Formulierung von Entscheidungshilfen zur Optimierung des Werkstoffes, des
Fertigungsverfahrens und der Bauteilgestalt.
Das Dienstleistungsangebot von SIMTOP umfasst die Beratung und Information
über numerische Simulationstechniken, die Erarbeitung spezifischer
Simulationslösungen und die Vermittlung von Simulationsdienstleistungen der
beteiligen Fraunhofer-Institute und ihrer Partner. Die Zielgruppe sind insbesondere
KMU, die mechanische Bauteile prüfen, entwickeln oder herstellen. SIMTOP
berät zudem bei der Einführung von Simulationslösungen in den
Betrieben und führt Mitarbeiterschulungen durch. Bundesweit werden
flächendeckend vier Demonstrationszentren an den Standorten Bremen
(FhI für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM),
Chemnitz (FhI für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU), Darmstadt
(FhI für Betriebsfestigkeit LBF) und Freiburg (FhI für Werkstoffmechanik
IWM) betrieben. So wird ein Netz von Anlaufstellen aufgespannt, in denen KMU
geeignete numerische Verfahren kennen lernen, einsetzen und deren Potential und
Effizienz abschätzen können. Der Verbund der vier Fraunhofer-Institute
und ihrer Partner ermöglicht dabei den Zugriff auf eines der umfangreichsten
Angebote an Simulationslösungen in Deutschland.

Die Simulationskompetenzen des Demonstrationszentrums decken folgende
Bereiche ab:
(A) Simulation von Fertigungsverfahren, (Beispiel, Abb. 1):
- Umformtechnik
- Pulvertechnik
- Gießereitechnik
- Fügetechnik

Abb. 1: Simulationslösung zur Innenhochdruck-Umformung eines
Abgasteils mit dem Ziel u.a. einer Verminderung der Wanddickenunterschiede
(durchgeführt am IWU, Chemnitz). Dargestellt sind die Wanddicken in
Millimeter (Thickness) während des Umformvorgangs.
(B) Simulation des Betriebsverhaltens von Bauteilen, (Beispiel, Abb. 2):
- Topologie- und Gestaltoptimierung
- Schwingfestigkeitsanalyse
- Analyse von Schweiß- und Klebverbindungen
- Systemverhalten und Belastungskollektive

Abb. 2: Simulationslösung zur Topologieoptimierung eines
Robotergreifers mit dem Ziel einer Gewichtsminimierung (durchgeführt
am IFAM, Bremen, in Zusammenarbeit mit FE-Design, Karlsruhe). Der
dargestellte Designentwurf weist bei vorgegebener Steifigkeit und
ausreichender Festigkeit ein minimales Gewicht auf.

Ergebnis
Der Aufbau der Geschäftsstelle am IFAM und der lokalen Demonstrationszentren
an den vier beteiligten Fraunhofer-Instituten wurde abgeschlossen. Es wurde ein laufend
zu erweiternder Musterlösungskatalog erarbeitet und im Internet zur
Verfügung gestellt (http://www.simtop.fhg.de). Das Informations- und
Demonstrationszentrum SIMTOP konnte planungsgemäß zum
1. Oktober 1999 eröffnet und eine entsprechende Pressemitteilung
über den Mediendienst (Nr. 11-1999) der FhG-Zentrale verbreitet werden. Im
Januar 2000 wird das Dienstleistungsangebot von SIMTOP im Rahmen einer
Direktmarketing-Kampagne, bei der rund 6000 KMU gezielt angeschrieben werden,
bundesweit bekannt gemacht.

Projektbeschreibung
Das Vorhaben gliedert sich auf in die Implementierungsphase (1. bis 3. Projektjahr)
und die Betriebsphase (ab 4. Projektjahr). Es begann am 01. Oktober 1998 und befindet
sich derzeit im 2. Projektjahr der Implementierungsphase. Folgende Arbeitspakete wurden
planungsgemäß abgeschlossen:
- Aufbau einer Geschäfts- und Marketingstelle (am IFAM).
- Aufbau der 4 lokalen Demonstrationszentren, jeweils ausgestattet mit einer Workstation.
- Entwicklung und Implementierung eines Musterlösungskatalogs incl. eines
Systems zur Visualisierung und Animation der Musterlösungen. Hierzu wurden
exemplarisch Simulationslösungen zu den Themenbereichen Leichtbau, Umformen,
Werkstoffmechanik und Betriebsfestigkeit von den beteiligten Instituten entsprechend
aufbereitet und im Internet bereitgestellt.
Folgende Arbeitspakete sind bis zum Abschluss der Implementierungsphase (30.09.2001)
noch durchzuführen:
- Implementierung eines Teleschulungssystems zur Durchführung von Informations-,
Beratungs- und Schulungsveranstaltungen.
- Entwicklung und Implementierung eines Auftragsmanagementsystems zur Erfassung und
Vermittlung der Simulationsdienstleistungen.
- Implementierung einer sog. Konverterdrehscheibe, über die ein Fernzugriff auf
CAE-Programme mit Konvertierungsmöglichkeiten für alle Demonstrationszentren
realisiert werden soll.
- Implementierung einer Werkstoffdatenbank mit den für die verschiedenen
Simulationssysteme relevanten Werkstoffdaten für die Mitarbeiter der
Demonstrationszentren.

Auftraggeber
Fraunhofer-Gesellschaft, München

Projektpartner des IFAM
- BETEK Bergbau- und Hartmetalltechnik, Aichhalden
- CeBeNetwork GmbH, Bremen
- DeTeBerkom GmbH, Berlin
- FE-Design GmbH, Karlsruhe
- Industrie- und Handelskammer Südwestsachsen, Chemnitz
- Ingenieurbüro Dr.-Ing. Dietrich Meyer, Freiburg
- KUKA Werkzeugbau Schwarzenberg GmbH, Schwarzenberg
- Referat für Mittelstands- und Technologieförderung; Senator
für Wirtschaft, Mittelstand, Technologie und Europaangelegenheiten, Bremen
- Technische Universität Chemnitz, Institut für Mechanik, Chemnitz
- Technische Universität Darmstadt, Fachgebiet Numerische
Berechnungsverfahren im Maschinenbau, Darmstadt
- Universität-Gesamthochschule Siegen, Institut für Konstruktion,
FB Maschinenelemente und Leichtbaukonstruktion, Siegen
- Verlag für Technik und Wirtschaft "Der Konstrukteur",
Mainz

Projektdurchführung
A. Burblies
K. Lorenz
G. Grecksch
Tel.: 0421-22 46-1 82

Institute
- Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung
IFAM, Bereich "Endformnahe Fertigungstechnologien", Bremen
- Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU, Chemnitz
- Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit LBF, Darmstadt
- Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM, Freiburg
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