Nachruf Dr.-Ing. Bernd Eikmeier

Das Fraunhofer IFAM trauert um Dr.-Ing. Bernd Eikmeier #

Am 13. Juni 2021 verstarb unser Kollege Dr.-Ing. Bernd Eikmeier nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 54 Jahren. Wir alle sind sehr bestürzt von dieser Nachricht.

Bernd Eikmeier promovierte nach seinem Maschinenbaustudium in Stuttgart 2002 zur Auslegung und Simulation solarthermischer Langzeitspeicher unter Nutzung von Grubenräumen des Steinkohlenbergbaus in Bochum. Seit 2003 war er Projektleiter am Bremer Energie Institut. Als das Bremer Energie Institut 2013 in das Fraunhofer IFAM integriert wurde, bildeten er und seine neun weiteren Kolleginnen und Kollegen die neue Abteilung Energiesystemanalyse. Hier war er zunächst als Projektleiter, ab 2016 als Leiter der Gruppe Energiesystemanalyse sowie als stellvertretender Leiter der Abteilung Elektromobilität tätig. Für Bernd Eikmeier war es immer ein Anliegen, sein Wissen an Studierende weiterzugeben, daher war er seit 2013 nebenberuflich Lehrbeauftragter für Energiewirtschaft an der Universität Bremen.

Die Umsetzung der Wärmewende war das Leitthema der beruflichen Tätigkeit von Bernd Eikmeier. Er war ein ausgewiesener Experte für Kraft-Wärme-Kopplung, die Ermittlung von Wärmebedarfen und die strategische Planung von Fernwärmenetzen. Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen entwickelte er neue Methoden zur Ermittlung von Fernwärme- und KWK-Potenzialen auf Basis hochaufgelöster Wärmebedarfskarten. Damit hat er mit seinem Team wichtige Grundlagen für die nachhaltige Umgestaltung der Wärmeversorgung zahlreicher Energieversorger in Deutschland geschaffen und stand ihnen mit seiner Expertise beratend zur Seite.  Zudem wirkte er bei der Überarbeitung des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes durch das Bundeswirtschaftsministerium mit. Es gibt nur wenige in der Branche, die seinen Namen nicht kennen. 

Bernd Eikmeier hat es immer verstanden, wichtige und zukunftsweisende Themen frühzeitig zu erkennen, dafür die richtigen Partner und Forschungsprojekte zu identifizieren und erfolgreich zu akquirieren. Als Gruppenleiter der Energiesystemanalyse hat er sich für sein Team immer sehr engagiert eingesetzt und war jederzeit ein guter und inspirierender Gesprächspartner bei der Entwicklung neuer Ideen und der Lösung von Problemen.

Mit ihm verlieren wir einen geschätzten und beliebten Kollegen, den wir stets in guter Erinnerung behalten werden.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und allen Angehörigen.

 

Matthias Busse und Bernd Mayer

Abschiedsworte des Teams#

Zu Beginn seiner Erkrankung Anfang des Jahres hatten wir noch die Hoffnung, dass Bernd bald wieder bei uns ist. Diese Hoffnung hat sich mit dem raschen Fortschreiten seiner Erkrankung viel zu schnell zerschlagen.

Mit Bernd ist ein großartiger Mensch aus unserer Mitte gerissen worden. Er war nicht nur fachlich herausragend, sondern hatte ein sehr gutes Gespür für die Belange jedes Einzelnen und hat sich vor allem mit großem Herz für uns eingesetzt. Dabei war er immer klar, verbindlich, zuverlässig, gerade heraus und scharfsinnig. Zu vielen Dingen hatte Bernd einen eigenen Standpunkt. Er diskutierte gerne mit uns und war dabei immer offen für andere Meinungen und neue Ideen. Dazu hatte er einen großartigen Humor – wir haben uns in den letzten Tagen häufig an die eine oder andere skurrile Geschichte erinnert, die er so einmalig erzählen konnte.

Bernd hat sich noch aus der Zeit am Bremer Energie-Institut bis zuletzt eine Tradition erhalten. Jede E-Mail endete mit einem Zitat, das er regelmäßig wechselte. Wir haben deswegen aus der langen Liste von Zitaten eines ausgewählt, das seine Sicht auf die Dinge sehr gut beschreibt.

»Wir sind nur dieses eine Mal auf diesem Planeten;
da schadet es nicht, uns mit ihm vertraut zu machen.«

Annie Dillard

Wir werden als Team gemeinsam daran arbeiten, die Projekte und Themenfelder, die Bernd mit uns aufgebaut hat, auch in Zukunft in seinem Sinne weiterzuführen.

Wir vermissen Bernd sehr – als Mensch, als Kollegen, als Freund.


Christine Brandstätt, Max Fette, Felix Horch, Karin Jahn, Dennis Jahnke, Karen Janßen, Anne Nieters, Jessica Schwabe, Sönke Stührmann und Lena Vorspel