Sol-Gel-Systeme

Sol-Gel-Beschichtungen

Eine in der Beschichtungsindustrie mittlerweile etablierte Technologie ist das Sol-Gel-Verfahren, bei dem anorganische Verbindungen – üblicherweise Silicium-Verbindungen – zum Einsatz kommen. Mithilfe der Sol-Gel-Technologie hergestellte Beschichtungen erhalten so Eigenschaften, die sie von klassischen, organisch-basierten Lacksystemen unterscheiden. Beispielsweise zeichnen sie sich durch sehr gute Härte, Abriebfestigkeit, Transparenz und chemische Beständigkeit aus.

Durch die Kombination mit organischen Komponenten können zudem sogenannte Hybrid-Schichten erzeugt werden, die die Eigenschaften anorganischer und organischer Schichten vereinen. Anwendungsgebiete sind hier beispielsweise hydrophobe (Wasser abweisende) Anti-Eis- und Anti-Schmutz-Schichten oder hydrophile (Wasser anziehende) Schichten, u. a. mit Anti-Fog-Effekt, der das Beschlagen von Oberflächen verhindert. Darüber hinaus können Schichten, die gleichzeitig einen oleophoben (Öl abweisenden) und einen hydrophilen Zustand einnehmen, erzeugt werden – von solchen Oberflächen lassen sich ölige Verschmutzungen durch reines Wasser entfernen.

Portfolio

Die Experten des Fraunhofer IFAM verwenden Verfahren der Sol-Gel-Chemie, um »Hybrid-Polymer-Schichten«, also Kombinationen aus anorganischen und organischen Komponenten, zu entwickeln. Sie nutzen den Sol-Gel-Prozess zur Erzeugung von Schichten, die mittels verschiedener Applikationstechniken, wie Tauchen und Sprühen, auf Substraten aus Glas, Metall oder Kunststoff erzeugt werden. Zudem befassen sie sich mit der Formulierung von Richtrezepturen sowie der Erarbeitung von Applikations- und Härtungstechniken für diese Schichten. Die Entwicklungen erfolgen dabei auf Grundlage der von der Beschichtung zu erfüllenden Anforderungen mit dem Ziel, Schichten mit verbesserten Eigenschaften und Funktionen für industrielle Anwendungen zu entwickeln.

Oleophobe hydrophile Beschichtungen