Fraunhofer IFAM erhält Zuschlag einer internationalen Ausschreibung zur Klebqualitätsnorm DIN 2304

5.3.2019

© Fraunhofer IFAM

Georg Osenstätter (l.), BSH Hausgeräte GmbH und Dr. Erik Meiß (r.), Fraunhofer IFAM, bei der Übergabe des Kooperationsvertrages zur Umsetzung der Personalqualifizierung gemäß der DIN 2304

DIN 2304 – eine Norm für Anwender

Klebstoffe sind reproduzierbar herstellbare Qualitätsprodukte. Mängel im industriellen Kleben entstehen zu einem großen Teil durch Anwendungsfehler. Die Norm DIN 2304 »Klebtechnik – Qualitätsanforderungen an Klebprozesse« stellt Anwendern aus allen Branchen ein System zur Verfügung, klebtechnische Prozesse über alle Schritte zu beherrschen. Als eines der ersten Unternehmen weltweit hat die BSH Hausgeräte GmbH die strategische Entscheidung getroffen, die DIN 2304 nachhaltig in ihre Fertigung zu implementieren. Wesentliches Kernelement ist dabei die zertifizierende Qualifizierung des klebtechnischen Personals durch das Weiterbildungszentrum Klebtechnik des Fraunhofer IFAM in Bremen.

Sicher Kleben in der Praxis

Beim Kleben gibt es viele Einflussfaktoren, sodass nur ein fachgerechter Einsatz der Klebstoffe in der Regel zu einer Null-Fehler-Produktion führt. Die DIN 2304 legt den Stand der Technik für die Organisation der fachgerechten Umsetzung klebtechnischer Prozesse im Betrieb fest. Sie gilt für alle Branchen in Industrie und Handwerk und bezieht sich auf alle Klebungen mit der Hauptfunktion der Übertragung mechanischer Lasten. Um diese Anwender-Norm zu beherrschen, hat die BSH Hausgeräte GmbH eine internationale Ausschreibung durchgeführt und die Qualifizierung des klebtechnischen Personals in die Hände des Weiterbildungszentrums am Fraunhofer IFAM gelegt.

»Die Bedeutung der Klebtechnik nimmt auch im Bereich der Herstellung von Hausgeräten stetig zu«, erklärt Georg Osenstätter von der BSH-Gruppe. »Um unsere Produkte noch sicherer und innovativer zu fertigen, wird systematisch redundantes Wissen und Können zum Thema Kleben aufgebaut. Ziel der BSH ist es, weltweit an jedem ihrer Standorte des BSH Produktbereichs Kochen zwei DVS©/EWF-ausgebildete Mitarbeiter vorzuhalten sowie darüber hinaus auch das ausführende Klebpersonal zu qualifizieren und so die Anforderungen einer Zertifizierung nach der Klebqualitätsnorm DIN 2304 schnellstmöglich zu erfüllen« begründet Osenstätter den Schritt des Unternehmens.

»Die Klebtechnik gilt unbestritten als Fügetechnologie des 21. Jahrhundert. Es gibt kaum einen Industrie- oder Handwerkszweig, in dem sie nicht eingesetzt wird«, beschreibt Dr. Erik Meiß, Leiter des Weiterbildungszentrums Klebtechnik in Bremen, die Bedeutung dieser Technologie. »Mit der DIN 2304 werden die organisatorischen Anwendungsprozesse so gestaltet, dass seitens des Anwenders der gesamte Prozess –
von der Idee über die Entwicklung bis hin zur Fertigung des geklebten Produktes – beherrscht wird. Für die BSH bedeutet dies, dass klebtechnische Prozesse qualitätsgesichert im Sinne der DIN 2304 durchgeführt werden können«, erläutert Meiß den Prozess. Am Ende der Weiterbildungsmaßnahmen werden zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens qualifiziert sein, die DIN 2304 fachgerecht umzusetzen.