Biomimetik – Bioinspirierte Materialien

Biopolymere und Funktionspolymere nach Vorbildern der Natur

Miesmuschel Biopolymere
© Fraunhofer IFAM

Die Miesmuschel befestigt sich über ihre Byssusfäden mit einem Proteinklebstoff an Oberflächen. Der Klebstoff ist in Form weißer Haftungspunkte an der Glasoberfläche erkennbar

Das Kleben gehört in der Natur zu den dominierenden »Fügetechniken«. Dies umfasst das gezielte Anhaften von Proteinen, Zellen wie auch von Organismen an Oberflächen. Die resultierende Herausforderung: Wie können Konzepte aus der Natur für die Kleb- und Oberflächentechnik genutzt werden?

Kleben in der Medizin bedeutet Kleben in wässrigen Medien, was mit den üblichen synthetischen Klebstoffen generell schwierig ist. Daher werden Strukturelemente aus den Klebstoffen z. B. von Miesmuscheln als Bestandteile solcher Klebstoffe eingesetzt und mit synthetischen Polymeren zu Peptid-Polymer-Hybriden verbunden. Das Kleben histologischer Präparate, die Wundversorgung oder der Einsatz nachwachsender Rohstoffe sind weitere Arbeitsgebiete.

Arbeitsschwerpunkte

  • Synthese und Eigenschaftsprüfung von Polymer-Peptid-Hybriden
  • Kleben in der Medizin
  • Kleben und Oberflächenmodifizierung für die Medizintechnik
  • Wundversorgung
  • Aufklärung biologischer Klebprinzipien und deren Nutzung für technische Anwendungen
  • Klebstoffe auf der Basis nachwachsender Rohstoffe
  • Analyse biologischer Klebsysteme
  • Nutzung biologischer Konzepte bei der Entwicklung synthetischer Materialien

Sat.1 regional berichtet über einen am Fraunhofer IFAM entwickelten Klebstoff zur Entfernung von Nierensteinresten

Beitrag vom 28.9.2018, 17:30 Uhr - Sat.1 regional

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