Antifouling-Beschichtungen

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Seepockenbewuchs auf einer Lackoberfläche

Die Verhinderung des Bewuchses von Oberflächen durch marine Organismen – von Bakterien und Algen bis hin zu Miesmuscheln sowie Seepocken – stellt immer noch eine der größten Herausforderung in der Schifffahrt und Branchen wie Offshore-Windenergieanlagen und Aquakultivierung dar. Der biologische Bewuchs von Oberflächen führt beispielsweise zu

  • signifikanter Gewichtszunahme
  • Verlust der hydrodynamischen Eigenschaften
  • Beschädigung der Beschichtung

Dies verursacht bei Schiffen wiederum höhere Kosten durch mehr Treibstoffverbrauch sowie eine erhöhte Gefahr durch Korrosion. Der biologische Bewuchs kann sogar bis zur Manövrierunfähigkeit eines Schiffes führen.

Effektive Antifouling-Strategien basieren derzeit noch primär auf den Einsatz von giftigen Zusatzstoffen, die in den Beschichtungen enthalten sind (biozidhaltige Beschichtungen). Aufgrund ihrer negativen Auswirkungen auf die Umwelt und der daraus resultierenden immer restriktiveren Gesetzgebung ist allerdings zu erwarten, dass biozidfreie Beschichtungen zukünftig eine immer größere Bedeutung erlangen.

Biozidfreie Antifouling-Strategien

Silikonbasierte Beschichtungen (sogenannte Fouling-Release-Beschichtungen) sind derzeit die effektivsten biozidfreien Alternativen auf dem Markt. Sie verhindern eine Anhaftung von biologischem Bewuchs, wie Miesmuscheln und Seepocken, bzw. gewährleisten dessen effektive Ablösung während der Fahrt. Sie können jedoch den Mikrobewuchs durch Bakterien und Algen nicht ausreichend verhindern. Der sich bildende Biofilm kann dann ebenso zu einem Effizienzverlust von bis zu 20 Prozent führen.

Die Lacktechnik-Experten des Fraunhofer IFAM beschäftigen sich daher mit alternativen Lösungsansätzen im Bereich der biozidfreien Antifouling-Strategien. Des Weiteren führen sie am Fraunhofer IFAM verschiedene Testmethoden zur Untersuchung von Mikro- und Makrobewuchs durch und bieten auf Kundenwunsch auch Neuentwicklungen an:

  • Messung der Seepockenadhäsion angelehnt an ASTM D5618-94
  • Haftungsuntersuchung von Miesmuscheln in Kooperation mit den Wissenschaftlern aus dem Bereich »Bioinspirierte Materialien«
  • Meerwassertank zur Untersuchung der Bakterienbesiedlung