Projekt CyCLoop: Innovatives Kreislaufverfahren für eine nahezu emissionsfreie CO2-Schneestrahlreinigung

Behandlungskopf CO2-Schneestrahlprozess
© Fraunhofer IFAM
Behandlungskopf eines am Fraunhofer IFAM genutzten CO2-Schneestrahlprozesses zur Reinigung von Oberflächen
Zyklischer CO2-Schneestrahlprozesses mit CO2-Rückgewinnung
© generated with KI
Darstellung des neuartigen zyklischen CO2-Schneestrahlprozesses mit CO2-Rückgewinnung im Vergleich zum aktuellen Stand der Technik

Die industrielle Bauteilreinigung steht zunehmend im Spannungsfeld zwischen hohen Qualitätsanforderungen und verschärften Klimaschutzvorgaben. Unternehmen sind dazu aufgefordert, ihre Produktionsprozesse nachhaltiger und emissionsärmer zu gestalten, ohne Abstriche bei Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu machen. Genau an dieser Stelle setzt das Projekt CyCLoop an: In dem Forschungsvorhaben wird ein innovatives Prozesskonzept für die CO2-Schneestrahlreinigung erforscht, das auf einer vollständig geschlossenen Kreislaufführung des eingesetzten Kohlendioxids basiert. Ziel ist es, ein nahezu emissionsfreies Reinigungsverfahren zu realisieren, das den steigenden Anforderungen an klimafreundliche und ressourceneffiziente Produktionsprozesse gerecht wird.

 

Die Herausforderung: CO₂-Emissionen bei etablierten Reinigungsverfahren

Die CO₂-Schneestrahlreinigung gilt bereits heute als umweltfreundliche Alternative zu konventionellen Reinigungsverfahren, da sie ohne Wasser und chemische Reinigungsmittel auskommt. Allerdings wird ein erheblicher Teil des eingesetzten Kohlendioxids nach dem Prozess ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben. Angesichts steigender regulatorischer Anforderungen besteht hier dringender Handlungsbedarf.

 

Ziel des Projekts: CO₂-Schneestrahlen nahezu emissionsfrei machen

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines nahezu emissionsfreien CO₂-Schneestrahlverfahrens, bei dem das eingesetzte Kohlendioxid im Sinne der Kreislaufwirtschaft nahezu vollständig zurückgewonnen wird. Durch das Auffangen, Aufbereiten und Wiederverwenden des CO2 lassen sich direkte Emissionen um bis zu 95 Prozent reduzieren. Bis zum Jahr 2045 ergibt sich daraus ein kumuliertes Einsparpotenzial von rund 300.000 Tonnen CO2.

 

Die innovative Lösung: Geschlossener Kreislauf für CO2, Druckluft und Prozesskälte

Die Besonderheit von CyCLoop liegt in der Entwicklung eines geschlossenen Prozesskreislaufs, der nicht nur CO2, sondern auch Druckluft und Prozesskälte zurückführt. Damit unterscheidet sich der Ansatz grundlegend vom bisherigen Stand der Technik:

  • CO2 wird aufgefangen, aufgereinigt, verdichtet, verflüssigt und erneut eingesetzt
  • Abgase strömen nicht in die Atmosphäre
  • Der CO2-Verbrauch ist geringer und die Betriebskosten sind niedriger

Hiermit wird eine nahezu klimaneutrale industrielle Bauteilreinigung ermöglicht.

 

Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Nutzen für Unternehmen

Das Verfahren verbindet entscheidende ökologische und ökonomische Vorteile:

  • Reduzierte Treibhausgasemissionen durch geschlossene Kreislaufführung
  • Keine Nutzung von Wasser oder chemischen Reinigungsmitteln
  • Geringere Betriebskosten durch reduzierten CO₂-Bezug
  • Verbesserte Emissionsbilanz für Unternehmen
  • Erfüllung zukünftiger gesetzlicher Anforderungen

 

Breite Anwendungsmöglichkeiten in Schlüsselindustrien

Die Projektergebnisse sind für zahlreiche Branchen von hoher Relevanz, darunter:

  • Medizintechnik
  • Elektronik- und Halbleiterindustrie
  • Automobilindustrie
  • Luft- und Raumfahrt

Insbesondere KMU und Zulieferer profitieren von dem Verfahren, da es mit moderaten Investitionskosten, geringem Platzbedarf und einer einfachen Integration in bestehende Produktionslinien überzeugt. 

Über das Projekt

Projekttitel

KMU-innovativ - Verbundprojekt Klimaschutz: Kreislaufprozesse für eine nachhaltige Bauteilreinigung mit dem CO2-Schneestrahlverfahren (CyCLoop)

 

Projektpartner

Das Verbundprojekt wird von der acp systems AG koordiniert, einem erfahrenen mittelständischen Unternehmen im Bereich der CO₂-Schneestrahltechnologie. Als Forschungspartner bringt das Fraunhofer IFAM seine umfassende wissenschaftliche Expertise ein. Gemeinsam stellen die Partner sicher, dass der neuartige Ansatz praxisnah entwickelt wird und schnell den Weg in die industrielle Anwendung findet.

© BMFTR

Fördergeber:

Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt

BMFTR - Fördermaßnahme

KMU-innovativ: Energieeffizienz, Klimaschutz und Klimaanpassung

 

Förderkennzeichen:

01LY2405A-B

 

Projektlaufzeit:

01.09.2025 – 31.08.2027