Nachhaltige Dispersionsfarben mit verbesserter Umweltbilanz
Konventionelle Dispersionsfarben basieren meist auf acryl- oder methacrylsäurebasierten Harzen fossilen Ursprungs. Im Projekt »Umweltfreundliche Wandfarben auf Basis biobasierter Rohstoffe (WUBB)« wird untersucht, wie sich chemisch ähnliche Rohstoffe aus biologischen Quellen einsetzen lassen, um eine Wandfarbe mit verbesserter Umweltbilanz zu entwickeln. Dabei wird der gesamte Lebenszyklus der Farbe von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung betrachtet, um ökologische Auswirkungen gezielt zu reduzieren.
Entwicklung biobasierter Alternativen
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung biobasierter Rohstoffe, die den in klassischen Dispersionsfarben eingesetzten Harzen möglichst ähnlich sind. Dadurch sollen Wandfarben entstehen, die hinsichtlich ihrer Gebrauchseigenschaften an etablierte konventionelle Systeme heranreichen.
Ergänzend werden umweltfreundliche Additive für Dispergierung, Rheologie und insbesondere Konservierung untersucht. Ziel ist es, die technische Leistungsfähigkeit konventioneller Formulierungen zu erreichen, ohne dabei auf problematische Inhaltsstoffe zurückzugreifen.
Fokus auf Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit
Die im Projekt entwickelten Wandfarben für den Innenbereich sollen einen möglichst hohen Anteil biobasierter und nachwachsender Rohstoffe enthalten und gleichzeitig die Anforderungen des Umweltzeichens »Blauer Engel« (DE-UZ 102) erfüllen.
Dazu zählen unter anderem:
- Emissionsarme Formulierungen
- Verzicht auf Biozide
- Verzicht auf per- und polyfluorierte Chemikalien (PFAS)
- Verzicht auf gesundheitsgefährdende Weichmacher
- Ausschluss krebserzeugender, mutagener und toxischer Stoffe
Darüber hinaus adressiert das Projekt den gezielten Ersatz synthetischer Rohstoffe durch biobasierte Materialien, wobei die Herausforderung darin besteht, deren Eignung und Langzeitstabilität – insbesondere im Hinblick auf mikrobiellen Befall – ohne den Einsatz klassischer Konservierungsmittel sicherzustellen.
Die Rolle des Fraunhofer IFAM im Projekt
Das Fraunhofer IFAM übernimmt im Projekt zentrale Aufgaben in den Bereichen Entwicklung, Herstellung und Prüfung von Modellrezepturen. Die zu untersuchenden Formulierungen werden in enger Zusammenarbeit und kontinuierlicher Abstimmung mit dem Projektpartner Suding&Soeken auf Basis definierter Benchmark-Systeme definiert.
Ein wesentlicher Bestandteil der Arbeiten umfasst die Recherche und Auswahl geeigneter biobasierter Substituenten, insbesondere im Bereich der Bindemittel und Additive. Ziel ist es, konventionelle Formulierungsbestandteile durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen und dabei die Leistungsfähigkeit der Systeme zu erhalten oder weiter zu verbessern.
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM