Topografie- und Materialanalyse im Nanometerbereich
Die Rasterkraftmikroskopie (Atomic Force Microscopy, AFM) ist eine zentrale Methode zur Topografieanalyse und charakteristischen Materialuntersuchung auf der Nanometerskala. Mit höchster lateraler und vertikaler Auflösung liefert AFM detaillierte Informationen über Oberflächenstrukturen, Rauheit und lokale Materialeigenschaften. Zudem wird die Rasterkraftmikroskopie zur Korrelation mechanischer, elektrischer und chemischer Eigenschaften eingesetzt.
Funktionsprinzip – so arbeitet die AFM
Bei der Rasterkraftmikroskopie tastet eine feine Messspitze, die sich an einem flexiblen Hebel (Cantilever) befindet, die Probenoberfläche Zeile für Zeile ab. Die Wechselwirkungen zwischen Spitze und Probe – z.B. elektrostatische oder adhäsive Kräfte – verursachen kleinste Auslenkungen des Cantilevers, die über einen Laserstrahl detektiert werden.
Aus diesen Signalen entsteht ein 3D-Bild der Oberfläche mit einer vertikalen Auflösung im Bereich weniger Ångström und einer lateralen Auflösung bis unter 10 Nanometer.
Durch spezielle Messmethoden lassen sich zusätzlich Materialeigenschaften erfassen, wie z.B.:
- Elastizitätsmodul (E-Modul)
- Adhäsionskräfte
- Reibungseigenschaften
- Elektrische Leitfähigkeit und Spannungsverteilung
- Magnetische oder piezoelektrische Eigenschaften
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM