UltraPLAS®-Werkzeugbeschichtungen verbinden mehrere Eigenschaften, die im Spritzgussprozess entscheidend sind:
Geringe Oberflächenenergie:
UltraPLAS®-Trennschichten weisen sehr niedrige Oberflächenenergien von etwa 20-28 mJ m-2 auf. Diese Werte liegen deutlich unter den Oberflächenenergien von Thermoplasten und ihren internen Trennmitteln. Dadurch wird die Adhäsion zwischen Werkzeugoberfläche und Kunststoffschmelze zuverlässig reduziert. Dies ist ein wesentlicher Hebel für die Minimierung von Entformungskräften und ein stabiles Trennverhalten im Prozess.
Hohe mechanische Stabilität:
Die Plasmatechnik ermöglicht sehr hohe Vernetzungsdichten. Die Beschichtungen sind entsprechend hart und abriebfest (bis zu 800 HV, bzw. Mohs-Härte 6). Dadurch bleiben die Trenneigenschaften auch bei mechanischer Beanspruchung und aggressiven Reinigungsprozessen erhalten. Das ist besonders relevant, wenn Oberflächen regelmäßig gereinigt oder in anspruchsvollen Serienprozessen eingesetzt werden.
Sehr geringe Schichtdicke und Konturentreue:
UltraPLAS®-Beschichtungen werden mit Schichtdicken von <300 nm abgeschieden. Sie sind amorph und daher besonders glatt (<o.5 nm Ra). Werkzeugmaße, Politurgrade und Mikrostrukturen bleiben dadurch unverändert. Selbst nanoskalige Strukturen oder hochglänzende Oberflächen werden vollständig und ohne Verfälschung abgebildet.
Chemische Beständigkeit und Temperaturstabilität:
Die Schichten sind gegenüber Kunststoffschmelzen chemisch stabil und auch bei höchsten Werkzeugoberflächentemperaturen beständig. Der Wärmeübergang wird nicht verändert. Damit eignen sie sich auch für anspruchsvolle Hochleistungskunststoffe und Prozesse mit engen Temperaturfenstern.
Übertragsfrei und PFAS-frei:
UltraPLAS®-Trennschichten sind fest mit der Werkzeugoberfläche verbunden und übertragen sich nicht auf die Formteile. Im Gegensatz zu klassischen Trennhilfen verbrauchen sie sich nicht und kontaminieren weder Werkzeug noch Bauteil. Damit stellen sie eine PFAS-freie Alternative für anspruchsvolle Anwendungen dar, auch in Bereichen mit erhöhten regulatorischen Anforderungen wie Medizintechnik oder Lebensmittelanwendungen.
Wirkprinzip an der Grenzfläche:
UltraPLAS® wirkt primär über die gezielte Reduktion der Adhäsion zwischen Werkzeug und Kunststoff. Abhängig von Material, Additivsystem und Prozessbedingungen können zusätzlich Selbstreinigungseffekte auftreten. Dabei werden aufkommende Beläge beim Entformen vom Werkzeug gelöst und mit dem Bauteil abgeführt. Das Wirkprinzip basiert damit nicht auf einem kurzfristigen Trennmittel, sondern auf einer stabil eingestellten Grenzfläche mit reproduzierbaren Eigenschaften.