Temporärer Korrosionsschutz

Was ist temporärer Korrosionsschutz?

Elastomer-Dämpfungselement mit integrierter EMV-Abschirmung, gefertigt im Hybrid-Spritzguss
© Fraunhofer IFAM

Laut DIN 50902 bezieht sich der temporäre Korrosionsschutz auf den Schutz metallischer Werkstoffe vor Korrosion während zeitlich begrenzter Phasen, wie beispielsweise Transport, Lagerung oder Weiterverarbeitung/Fertigungsstillstand. Dieser Schutz wird typischerweise mithilfe von leicht entfernbaren Schutzmitteln oder Verpackungsmethoden realisiert. Je nach gewählter Schutzmethode, den Umgebungsbedingungen und der Schichtdicke kann die Schutzdauer von wenigen Tagen bis zu mehreren Jahren reichen. 

Wofür ist temporärer Korrosionsschutz gut und wo wird er angewendet?

Der temporäre Korrosionsschutz ist besonders wichtig für Produkte, die längere Zeit zwischen Herstellung und endgültigem Einsatz gelagert oder transportiert werden. Er trägt dazu bei, die Qualität von Metallprodukten zu erhalten und ihre Lebensdauer zu verlängern, indem er sicherstellt, dass Metalle während der Lagerung und des Transports in einwandfreiem Zustand bleiben. Beispiele verschiedener Schutzmethoden sind:

  • Aufbringen von inhibierten  und hydrophobierenden Ölen und Fetten (nachteilig, weil meist nicht leicht entfernbar)
  • Klimatisierung (apparativ, einsatz von Trocknungsmitteln wie z.B. Silica-Gel, etc.)
  • Verpackungen mit Korrosionsinhibitoren (VCI).

Temporärer Korrosionsschutz mittels VCI-Verpackungen

VCI-Verpackungen ("Volatile Corrosion Inhibitor") schützen Metalle, indem sie flüchtige Korrosionsinhibitoren freisetzen. Diese Moleküle lagern sich als unsichtbare Schutzschicht auf der Metalloberfläche ab und verhindern, dass Feuchtigkeit und Sauerstoff das Metall erreichen und Korrosion verursachen. Das Metall wird auch an schwer zugänglichen Stellen, wie Innengewinden, Bohrungen und Hohlräumen, geschützt. Mit Entfernen der Verpackung verdampfen diese Inhbitoren wieder von der Oberfläche, eine anschließende Reinigung ist also nicht notwendig

VCI-Verpackungen sind in verschiedenen Formen erhältlich, wie Folie, Papier oder andere Spenderformen. Obwohl VCI-Verpackungen einen effektiven Korrosionsschutz für viele Metalle bieten, sind sie nicht universell einsetzbar. Nicht jeder VCI-Wirkstoff schützt alle Metalle gleich gut; bei bestimmten empfindlichen oder komplexen Legierungen kann eine spezielle VCI-Formulierung erforderlich sein.

VCI-Wirkstoffe gelten gemäß den gängigen Vorschriften (TRGS 615) als nicht giftig und gesundheitlich unbedenklich. Bei Hautkontakt oder Inhalation treten keine gesundheitlichen Auswirkungen auf.

Das Fraunhofer IFAM bietet folgende Dienstleistungen an:

  • Unterstützung bei der Produktentwicklung und -optimierung
  • Beratung bei der Auswahl spezifischer temporärer Korrosionsschutzmethoden
  • Spezifische Korrosionsprüfungen zur Entwicklung und Validierung (Labor, Freibewitterung)
  • Analytische Charakterisierung von relevanten Oberflächen